FES neu gedacht: Strom als Feedback- und Fazilitationssystem
Worum es geht
Funktionelle Elektrostimulation im motorischen Lernen – als Feedback- und Fazilitationswerkzeug. Ein gemeinsamer Kurs von Anne-Gro Salmen und Krauth+Timmermann.
Im Mittelpunkt steht ein aktiver Einsatz der funktionellen Elektrostimulation bei Menschen mit Hemiparese. Dabei wird FES nicht primär eingesetzt, um Bewegung elektrisch zu erzeugen, sondern um Eigenaktivität, Bewegungslernen und funktionelle Bewegung gezielt zu unterstützen.
FES wird häufig vor allem als Gerätetechnik vermittelt: Elektroden werden platziert, Parameter eingestellt und eine Muskelkontraktion ausgelöst. Im therapeutischen Alltag stellen sich jedoch weiterführende Fragen: Wann ist FES bei einer bestimmten Klientel sinnvoll? Welches therapeutische Ziel soll mit der Stimulation erreicht werden? Wie werden Frequenz, Pulsbreite, Intensität und Rampe sinnvoll gewählt? Wie lässt sich eine ausgelöste Muskelaktivität in eine funktionelle Bewegung überführen? Und wie kann FES so eingesetzt werden, dass die Klientel aktiv lernt, anstatt Bewegung lediglich passiv zu erfahren?
Der therapeutische Ansatz
Der Bewegungsversuch steht im Mittelpunkt. Nicht die Stimulation soll die Bewegung übernehmen: Die Bewegung wird selbst initiiert, und die elektrische Stimulation unterstützt dort, wo Bewegung noch nicht ausreichend möglich ist. Die Zielbewegung kann unmittelbar wahrgenommen und hinsichtlich Stärke, Timing und Bewegungsqualität unterstützt werden.
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